Montag, 26. Oktober 2015

Passat 32b Autowrack

Man kann es kaum glauben, aber wenn es mal weniger am Golf zu tun gibt, schnappe ich mir oft meine Kamera und ziehe los. Oft sind es verlassene Häuser, Bunker, Fabriken und Kellergewölbe, aber hin und wieder findet sich noch ein Relikt aus den vergangenen Tagen an solchen Orten. Diesmal bekam ich einen sehr guten Tipp und es sollte dort noch ein altes Autowrack stehen... Spätestens ab diesen Punkt schrillten bei mir alle Alarmglocken, denn für Altblech bin ich sehr zu haben und das in allen Variationen.
Schon auf der Fahrt zu diesem Ort, spielte sich in meinen Gedanken eine ganze Liste an Auto klassikern runter. Die Straße mit ihren ganzen Tetris Flecken zog sich in die Länge, aber das tat meiner Stimmung keinen abbruch. In einem kleinen Dorf angekommen, bog ich in den Wald hinein und es ging eine längst vergessene alte Straße entlang. Die Blätter säumten bald nicht mehr nur den Wegesrand, sondern bildeten einen ganzen Teppich unter dem das Kopfsteinpflaster verschwand. An einem Schlagbaum ging es dann zu Fuß weiter und in der Ferne konnte ich schon eine alte Scheune entdecken. Ich stiefelte über den Acker ( der ein Glück trocken war ) und hatte das Ziel direkt vor Augen.
Der erste Blick bevor dieses Bild entstand, ging durch eine kleine Lücke in den Brettern auf der Rückseite. Ich konnte nur etwas weißes eckiges erkennen und der Puls ging schon in die Höhe. Man kennt es aus einschlägigen Facebook Gruppen wo Leute irgendwo ne alte Scheune aufmachen und da stehen Raritäten an Blech herum. Hmm. in diesem Fall waren es mehrere große DDR Kühlschränke und Müll der sich stapelte. Okay was hab ich erwartet ? das Bernsteinzimmer?
Es ging weiter durch das hohe Gras und vorbei an alten Gullischächten die tief genug waren, um sich die Gräten zu brechen. Und dann sah ich endlich das wonach ich gesucht hatte.
Nennt mich verrückt,sentimental oder sonst was, aber diese Anblicke wühlen einen doch schon auf. Der Motor der einst tapfer seinen Dienst verrichtete wurde lieblos heraus gerissen. Im Motorraum selsbt war wohl der Vorschlaghammer Werkzeug Nr. 1 denn die ganzen Spuren zeugten von grober Gewalt. Nur langsam schob sich über die Jahre das Gras durch die Öffnungen hinaus und streckt sich richtung Himmel.
Ich versank in Gedanken und schaute dabei in den Innenraum, der nun voll Regenwasser stand. Wieviele da wohl schon mitgefahren sind und das zu allen Anlässen und Jahreszeiten. Die Stimmen sind schon längst verstummt, aber es steckt noch immer Leben in den verschimmelten Sitzen. Die Natur scheint ein fleißger Arbeiter zu sein, denn der Teppich bildet schon die perfekte Basis für neue Pflanzen. Wenn es nicht so nass wäre, hätte ich mich locker reingesetzt und einfach mal die Seele baumeln lassen.
Ich verweilte für einige Zeit und betrachtete alles mögliche an diesem Wagen. Es kommen einem so belanglose Dinge in den Kopf z.b. was der mal neu gekostet hatte und wie stolz die ersten Besitzer wohl waren, als sie in vom Händler kauften. Meine Hand folgte noch einmal der Kontur des Wagens und mit einem leisen *Gute Fahrt* klopfte ich auf´s Blech. Es war Zeit zu gehen und vielleicht schaue ich mal irgendwann wieder vorbei.....


= A    E    R    O    S     O    L    W     E     R    K=

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